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PAK im Gebäude: Teer in Parkettkleber, Dachbahnen, Teerkork
„PAK" meint hier polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe aus Teer und Pech in älteren Gebäuden. Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt als Einsatzbereiche teerhaltige Kleber unter Parkett, Dachbahnen und „Teerkork". Ob ein Material PAK enthält, klärt nur eine Laborprobe. Manche dieser Baustoffe können außerdem Asbest enthalten (LfU Nr. 502, Stand 09/2020); zu Kleber siehe „Schwarzer Bodenkleber".
Der Weg in fünf Schritten
- Verdacht eingrenzen: Material und Baujahr notieren. Die Hauptverwendungszeit teerhaltiger Baustoffe nennt das LfU mit den 1950er bis 1970er Jahren (LfU Nr. 502, Stand 09/2020). Schon ein Verdacht aus der Bau- oder Nutzungsgeschichte kann einen kontaminierten Bereich begründen (TRGS 524, Abschnitt 2.1, Fassung 17.7.2026).
- Probe im Labor: Nur sie klärt den PAK-Gehalt (BG BAU 633, Seite 2). Manche dieser Baustoffe können zusätzlich Asbest enthalten (LfU Nr. 502): Fragen Sie das Labor, worauf es untersucht.
- Gehalt einordnen lassen: Die TRGS 551 gilt ab 50 Milligramm Benzo[a]pyren je Kilogramm (TRGS 551, Abschnitt 1, Fassung 2.2.2016). Wir bewerten kein Ergebnis; bei Beschwerden fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
- Fachbetrieb prüfen: Die Schutzmaßnahmen regeln TRGS 524 und TRGS 551 (TRGS 551, Abschnitt 1). Arbeiten an PAK-belasteten Klebstoffen dürfen nur Unternehmen mit nachgewiesener Erfahrung, Personal und Ausrüstung übernehmen (BG BAU 633, Seite 3). Die im Portal gelisteten Betriebe haben eine Erlaubnis für Asbestarbeiten, nicht ausdrücklich für PAK (§ 11a GefStoffV): Fragen Sie gezielt danach.
- Entsorgung klären: Die AVV führt 17 03 01* „kohlenteerhaltige Bitumengemische" und 17 03 03* „Kohlenteer und teerhaltige Produkte" als gefährliche Abfälle (§ 3 AVV, Fassung vom 30.06.2020). Den Schlüssel im Einzelfall klärt die Entsorgungsfirma mit der Abfallbehörde. Dann ersten Fachbetrieb anfragen, kostenlos für Auftraggeber.
Wo PAK-haltige Kleber verbaut wurden
Bis Ende der 1960er Jahre wurde Parkett unter anderem mit in organischen Lösemitteln gelöstem Steinkohlenteerpech verklebt (BG BAU, „Sanierung PAK-haltiger Klebstoffe", Abruf-Nr. 633, Ausgabe 4/2015, Seite 2). Analysen dieser Klebstoffe ergaben bis zu 20.000 Milligramm PAK je Kilogramm und mehr (BG BAU 633, Seite 2).
Weitere häufige Einsatzbereiche nach dem LfU: Gussasphalt und Asphaltfußbodenplatten, Dichtungs- und Dachbahnen, „Schwarzanstriche" zum Bautenschutz, Teerkork-Platten und -Rohrschalen sowie Fugenvergussmassen (LfU Nr. 502, Stand 09/2020).
Leitsubstanz der PAK ist Benzo[a]pyren, das nach der CLP-Verordnung unter anderem als krebserzeugend in Kategorie 1B eingestuft ist (TRGS 551, Abschnitt 4.1). PAK sind zudem hautresorptiv, gelangen also auch über die Haut in den Körper (TRGS 551, Abschnitt 4.1).
Ab welchem Gehalt Schutzmaßnahmen gelten
Die TRGS 551 gilt für Pyrolyseprodukte wie Steinkohlenteerpech mit einem Benzo[a]pyren-Gehalt von 50 Milligramm je Kilogramm und mehr (TRGS 551, Abschnitt 1). PAK-haltige Stoffe ab diesem Gehalt gelten als krebserzeugend (TRGS 551, Abschnitt 4.1). Bei Holzfußböden aus den genannten Bauzeiträumen ist erfahrungsgemäß von mehr als 50 Milligramm je Kilogramm im Klebstoff auszugehen (BG BAU 633, Seite 3). Den tatsächlichen Gehalt klärt nur eine Laborprobe.
Häufige Fragen
Ist schwarzer Kleber unter dem Boden Asbest oder PAK?
Das lässt sich nicht ansehen: Schwarze Kleber können PAK enthalten, manche teerhaltigen Baustoffe zusätzlich Asbest (LfU Nr. 502, Stand 09/2020). Nur eine Laborprobe klärt beides. Mehr zum Asbest im Kleber unter „Schwarzer Bodenkleber".
Woran erkenne ich PAK-haltigen Parkettkleber?
Nicht am Aussehen, denn auch bitumenhaltige Kleber mit sehr geringen PAK-Gehalten sind schwarz und lassen sich durch einfache Tests nicht von PAK-haltigen unterscheiden (BG BAU 633, Seite 2). Nur eine Materialprobe im Labor klärt den PAK-Gehalt.
Ab welchem Gehalt gelten Schutzmaßnahmen?
Ab einem Benzo[a]pyren-Gehalt von 50 Milligramm je Kilogramm gilt die TRGS 551 (TRGS 551, Abschnitt 1). Für Klebstoffe unter 50 Milligramm je Kilogramm gilt die BG-BAU-Handlungsanleitung nicht (BG BAU 633, Seite 2).
Wer darf PAK-belasteten Parkettkleber entfernen?
Die Arbeiten dürfen nur Unternehmen übernehmen, die nachweisen, dass sie die nötigen Erfahrungen, Fachkenntnisse, das Personal und die Ausrüstung haben (sinngemäß, BG BAU 633, Seite 3). Die Schutzmaßnahmen regeln die TRGS 524 und die TRGS 551; ihre Fassungen stehen im Quellen-Abschnitt.
Ist alte Teerpappe (Dachpappe) gefährlicher Abfall?
Teerhaltige Dachbahnen sind gefährlicher Abfall (AVV 17 03 03*); asbesthaltige Bitumenpappen fallen unter 17 06 05* (LfU infoBlatt Dachbahnen, Stand 10/2015, Seite 1). Das LfU nennt für Dächer bis Mitte der 1960er Jahre zunächst die Annahme der Gefährlichkeit. Kleinmengen, etwa vom Geräteschuppen, entsorgt man in Absprache mit der kommunalen Abfallberatung (Seite 3). Welcher Stoff vorliegt, klärt nur eine Laborprobe.
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