Sauerkrautplatten und Heraklith
Sauerkrautplatten sind der Alltagsname für Holzwolle-Leichtbauplatten („Heraklith“): gepresste Holzwolle, mit Magnesia, Zement oder Gips verbacken. Die Platte selbst ist nach dem Bayerischen Landesamt für Umwelt in aller Regel asbestfrei. Offen bleibt, was darauf sitzt (Putz, Spachtel), und ob es wirklich eine Holzwolleplatte ist. Sicherheit gibt nur eine Laborprobe; bis dahin nicht bohren, sägen oder abschlagen.
Auch bekannt als Heraklith, Holzwolle-Leichtbauplatte, HWL-Platte, Holzwolleplatte, Heraklithplatte.
So gehen Sie vor
- Nicht bohren, sägen, fräsen oder abschlagen, solange offen ist, was auf der Platte sitzt.
- Struktur ansehen und fotografieren. Sichtbare Holzspäne an Kante oder Rückseite sprechen für eine Holzwolleplatte, eine glatte, feine Platte ohne Holzstruktur für etwas anderes. Beides ist nur ein Hinweis, kein Beweis.
- Baujahr klären. Begann der Bau nach dem 31. Oktober 1993, kann in der Regel vermutet werden, dass kein Asbest vorhanden ist (§ 11a Abs. 1 Satz 2 GefStoffV).
- Vor Arbeiten an Putz oder Spachtel auf der Platte eine Probe nehmen und im Labor untersuchen lassen. Bei der Probenahme muss nach dem Landesamt die Staubfreisetzung unterbunden werden.
- Zu Arbeiten und Entsorgung den Fachbetrieb oder die Abfallbehörde fragen. Ist Asbest nachgewiesen, können Sie ein erstes Angebot einholen.
Auf einen Blick: Betrieb mit Genehmigung oder Zulassung
Ausbau: Betrieb mit Genehmigung oder Zulassung
791 Betriebe mit Erlaubnis laut Landesliste, Stand 02/2026 bis 08/2026
Woran Sie es erkennen
- grobe, verschlungene Holzwollestruktur, wie gepresstes Sauerkraut
- sehr porig und leicht, an Kellerdecken, Garagen, Dachschrägen und Wänden
- oft verputzt oder gestrichen — dann sieht man die Struktur nur an Kanten und Rückseite
- glatte, feine Platten ohne Holzstruktur sind etwas anderes und können Asbestplatten sein
Kein Merkmal ist ein Beweis. Asbestfasern sind mit bloßem Auge nicht zu sehen. Sicherheit gibt allein eine Materialprobe im Labor. So läuft das Testen lassen ab
Wie es aussieht — Baujahre, Hersteller, Produkte
Die Platte besteht aus langen, dünnen Holzspänen, die mit einem Bindemittel (Magnesia, Zement oder Gips) zu einer Platte verbacken sind. Von der Seite oder Rückseite sieht das aus wie Sauerkraut — daher der Name.
Asbesthaltige Leichtbauplatten und Asbestzementplatten zeigen dagegen keine Holzstruktur. Das Landesamt weist aber darauf hin, dass sich faserhaltige Platten von anderen Platten nicht immer nach Augenschein unterscheiden lassen. Sicherheit gibt nur eine Laborprobe.
Heraklith ist ein Handelsname und wird für Holzwolleleichtbauplatten insgesamt gebraucht. Asbest kann dagegen in dem stecken, was auf oder an der Platte sitzt, etwa in Putz oder Spachtelmasse. Asbesthaltige Leichtbauplatten sind ein anderes Produkt: Sie wurden nach Angaben des Landesamts ab Anfang der 1960er bis in die 1980er Jahre aus Brandschutzgründen verwendet.
Mit oder ohne Asbest — wie man es unterscheidet
Holzwollestruktur sichtbar: spricht gegen eine Asbestplatte. Glatte, feine Platte ohne Holzspäne: verdächtig, siehe Dämmung und Leichtbauplatten. Ob ein Putz oder Spachtel auf der Platte Asbest enthält, sieht man nicht. Bei Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 klärt es nur die Probe.
Wie gefährlich ist das im Alltag?
Von der Holzwolleplatte selbst geht nach Einschätzung des Landesamts in aller Regel keine Asbestgefahr aus. Wenn ein Putz darauf Asbest enthält, kommt es darauf an, ob daran gearbeitet wird: Bohren, Fräsen und Abschlagen setzen dann Fasern frei.
Was jetzt zu tun ist
Die Platte selbst gilt in aller Regel als asbestfrei; offen bleibt, was darauf sitzt. Jede glatte, feine Platte ohne Holzstruktur als mögliche Asbestplatte behandeln.
Lassen
- Eine glatte graue Platte für Heraklith halten, weil sie an der Decke hängt.
- Verputzte Platten abschlagen, ohne den Putz zu kennen.
- Aus Angst vor Asbest eine Holzwolledecke sanieren lassen, ohne den Befund zu kennen.
Entsorgung
Für Holzwolleleichtbauplatten kommen nach dem Bayerischen Landesamt für Umwelt die Abfallschlüssel 17 09 04 oder, bei gefährlichen Stoffen, 17 09 03* in Betracht. Das Landesamt nennt auch erhöhte PAK-Gehalte in Einzelfällen. Asbesthaltige Baustoffe tragen den Schlüssel 17 06 05*. Wie der Abfall angenommen wird, klärt die zuständige Abfallbehörde.
Häufige Fragen
Enthalten Sauerkrautplatten Asbest?
Die Holzwolleplatte selbst in aller Regel nicht. Sie besteht aus Holzfasern und einem Bindemittel wie Magnesia, Zement oder Gips. Verdächtig sind Putze und Spachtel darauf und asbesthaltige Leichtbauplatten; die zeigen keine Holzstruktur. Sicherheit gibt nur eine Laborprobe.
Ist Heraklith gefährlich?
Nach dem Bayerischen Landesamt für Umwelt sind Heraklithplatten in aller Regel asbestfrei. Heraklith ist ein Handelsname für Holzwolleleichtbauplatten. Ob ein Putz oder eine Deckschicht darauf Asbest enthält, klärt nur eine Probe. Bei Beschwerden fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Kann ich in eine Sauerkrautplatte bohren?
Davon raten wir ab, solange nicht geklärt ist, ob Putz oder Spachtel darauf Asbest enthalten; beim Bohren können Fasern frei werden. Tätigkeiten an asbesthaltigen Materialien sind grundsätzlich verboten, auch für private Haushalte (§ 11 Abs. 1, 2 und 7 GefStoffV).
Wie unterscheide ich Sauerkrautplatten von einer Asbestplatte?
Holzwolleplatten bestehen aus länglichen Holzfasern mit sehr hohem Porenanteil; asbesthaltige Leichtbauplatten zeigen keine Holzstruktur. Das Bayerische Landesamt für Umwelt weist aber darauf hin, dass sich faserhaltige Platten nicht immer nach Augenschein unterscheiden lassen. Sicherheit gibt nur eine Laborprobe.
Wie entsorge ich alte Sauerkrautplatten?
Für Holzwolleleichtbauplatten kommen nach dem Bayerischen Landesamt für Umwelt die Abfallschlüssel 17 09 04 oder, bei gefährlichen Stoffen, 17 09 03* in Betracht; asbesthaltige Baustoffe tragen 17 06 05*. Wie der Abfall angenommen wird, klärt die zuständige Abfallbehörde.
Wann wurden asbesthaltige Leichtbauplatten verwendet?
Nach dem Bayerischen Landesamt für Umwelt wurden asbesthaltige Leichtbauplatten („Promabest“) ab Anfang der 1960er bis in die 1980er Jahre aus Brandschutzgründen eingesetzt und als schwach gebundenes Asbestprodukt eingestuft. Das ist ein anderes Produkt als die Holzwolleplatte. Ob Ihre Platte dazugehört, klärt nur eine Probe.
Kosten
meist keine Asbestsanierung der Platte
Kosten für Asbest entstehen nur, wenn ein Putz oder Spachtel darauf Asbest enthält und saniert werden muss. Den Preis nennt Ihnen das Angebot.
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